Eierlikör im Brennereishop

Eierlikör erlebt gerade ein Comeback. Es wimmelt im Netz von Rezepten zum Selbermachen von Eierlikör. Was ja im Prinzip nicht so schwer ist. Doch warum sollte man sich die Mühe machen, wenn Eierlikör online zu kaufen ist, noch dazu in Premium Qualität, welche man als Hobbykoch wahrscheinlich nie erreicht. Hier unsere Auswahl erstklassiger Eierliköre im Brenneresishop. »

Noch vor wenigen Jahren war Eierlikör als das Getränk älterer Damen verpönt, frei nach der Frommen Helene, eine der bekanntesten Zeichenfiguren von Wilhelm Busch: „Es ist bekannt seit altersher, wer Sorgen hat, hat auch Likör“.

Angesichts der oft miesen Massenware erinnerten sich jedoch immer mehr Verbraucher an ihre Kindheit – da kannte jeder irgendeinen Verwandten, der seinen Eierlikör selber produzierte. Und so Kontrolle darüber hatte, was drin war und was nicht  – etwa Geschmacksverstärker, Verdickungsmittel, Zuckerersatz, Dioxin-Eier, Milcheiweiß …

Selbermachen wurde in, und der Eierlikör teilweise rehabilitiert – und sei es nur zu Ostern. Dann ist nämlich Hauptsaison für diese dickflüssige, zugegeben etwas eigenartige, aber beliebte und leckere Spirituose.

Was zu der Frage führt, warum Eierlikör häufig auch als Advocat oder Avocat bezeichnet wird. Dazu muss man in der Geschichte weit zurückblicken. Ab dem 17. Jahrhundert entdeckten und eroberten Europäer Südamerika, vorneweg mit dabei viele holländische Händler. Sie fanden Geschmack an dem Erfrischungsgetränk Abacate, das die Einheimischen am Amazonas aus der exotischen Frucht Avocado herstellten.

Zurück im Land der Deiche und Windmühlen, standen die Händler vor einem Problem: Einige Fässer Rum und Rohrzucker hatten sie zwar im Gepäck, aber die Hauptzutat gedieh nun mal einfach nicht unter holländischen Wolken. Eine ähnlich cremige Konsistenz wie die der Avocado fanden sie dagegen im Eigelb, von dem sie genug beschaffen konnten – und der Eierlikör war erfunden. Aus Abacate wurde Avocat.

Eier, Zucker und Schnaps sind bis heute die Hauptzutaten für Eierlikör, der mind. 14 %, manchmal bis 20 % Alkoholgehalt hat. Doch die Details machen den Unterschied. Rübbelberg zum Beispiel, ein moderner Hersteller aus Berlin, setzt voll auf biologisch zertifizierte Inhalte und lässt je Flasche eine echte Vanille-Schote aus Madagaskar springen. Die Schwarzwald-Brennerei Wild nutzt für die alkoholische Basis die Spitzen-Obstbrände aus eigener Produktion.

Die älteste Hamburger Spirituosenmanufaktur, Heinrich von Have, macht ihren gluten- und laktosefreien Eierlikör natürlich aus ihrem sauber destillierten Doppelkorn. Spitzmunds Klötenköm setzt gleichermaßen auf Qualität, verfeinert mit einem Schuß brauner Rum, und geht als Bar- und Party-Kult durch. Und Lotta’s Eierlikör auf der Basis von Weinbrand gibt sich bodenständig und punktet hinsichtlich Preis-Leistungsverhältnis.

Mit solcherlei Rezepturen und Qualitäten können Hobby-Eierlikör-Köche schwerlich noch mithalten.