Grappa ist das italienische Wort für ein Destillat aus den Rückständen der Wein-Kelterei. Spirituosen, die ein Nebenprodukt der Wein- oder Saftherstellung sind, gibt es unter verschiedenen Bezeichnungen. Grappa ist die populärste, in Frankreich aber spricht man von Marc, z.B. Marc de Champagne. Beides klingt sehr viel schöner und appetitanregender als das deutsche Wort Trester– oder das österreichische Treber-Brand – meint aber genau das gleiche.

Von der Wein- oder Obstmaische bleibt als Abfallprodukt ein ausgepresster Matsch zurück. Er ist meist hefehaltig und vergoren. Wer früher daraus noch Schnaps gewinnen wollte, tat dies bestimmt nicht, weil er im Überfluss lebte. Grappa und Tresterbrand standen also im Ruf, ein Arme-Leute-Getränk zu sein. Und diese Leute verfügten auch nicht über die tollsten Destillationstechniken, so dass Tresterbrände & Co. eher selten ein feiner Genuss waren.

Doch die Zeiten änderten sich. Beflügelt durch immer bessere Brenntechnik und perfektes Marketing avancierte der Grappa weltweit zur Edel-Spirituose. Brände aus Maische-Rückstanden wie z.B. Apfelhefebrand sind heute oft eine feine Sache, weich und vollfruchtig.