Rübbelberg Macher Bild

Drei Männer, eine Leidenschaft 

Wer Eierlikör zu einem Objekt der Begierde machen will, braucht starke Nerven und einen guten Plan. Der Markenname, er lautet Rübbelberg, ist ein nicht ganz nebensächlicher Bestandteil dieses Plans. Er klingt wie ein alter Vertrauter, als hätte es ihn schon immer gegeben. Ist aber der reinen Phantasie entsprungen, und zwar im Sommer 2018. Obwohl Rübbelberg Eierlikör erst seitdem käuflich zu erwerben war, ist diese Spirituose ein Jahre später Kult. In Berlin, um Berlin herum und im Ausland.

Sebastian Tigges, Christopher Leidinger und Philipp Nagel sind die Gründer der Rübbelberg UG. Die drei Akademiker haben ihre Studienzeit und ersten Berufsjahre überall verbracht, bevor es sie nach Berlin verschlug. Dort ließen sie sich nieder, lernten sich irgendwie irgendwo kennen und langweilten sich irgendwann gemeinsam. Ein Projekt musste her. Da kam die Idee mit dem Eierlikör gerade recht. Selbstverständlich sollte das kein “mee-too”-Sprit sein, sondern ein Likör von ausgesuchter Spitzenqualität. Maßstab waren die selbstgemachten Liköre der Großeltern, welche alle drei in bester Erinnerung hatten. Man wollte dem Eierlikör wieder zu dem Ruhm und Glanz verhelfen, den er seit jeher verdient.

Den Rübbelberg Skeptikern ist das Lachen vergangen

Rübbelberg ist nicht weniger als eine Revolution in Sachen Eierlikör. Die Macher achten streng darauf, dass nur nachhaltig, fair und artgerecht produzierte Inhaltsstoffe in 100 % Bio-Qualität eingesetzt werden. In Anlehnung an die klassischen Rezepturen verwendet Rübbelberg echte Bio-Bourbon-Vanille aus Madagaskar – beinahe eine ganze Schote pro Flasche. Durch die natürliche, milde Süße der Vanille kann auf die für Eierlikör übliche hohe Zucker-Dosis verzichtet werden. Für die Frische sorgt ein Hauch von Limette. Und die Eier sind selbstverständlich Bio von einem Bauernhof in Schleswig-Holstein. Schließlich entschied man sich für bodenständigen Kornbrand als alkoholische Basis – nicht Rum, nicht Weinbrand, sondern klare Bio-Qualität aus einer norddeutschen Familienbrennerei.

Ausgerechnet im Hochsommer bei über 30 Grad startete der Verkauf in der Kreuzberger Markthalle 9. Das ist nicht irgendein Bauernmarkt, sondern ein Food-Tempel mit alternativem Flair – also verdammt nah an der Zielgruppe. Die Marktleitung befand, dass Rübbelberg ein feines Stöffchen sei, das wunderbar ins Angebot passe. Die Anlaufphase war zäh, viele Samstag-Vormittage verbrachten die drei Gründer auf ihrem Stand in der Markthalle. Mit 29 Euro pro 0,5-Liter Flasche verlangt Rübbelberg von seinen Kunden schon eine recht hohe Bereitschaft, sich etwas Außergewöhnliches zu gönnen und auch zu zahlen. Doch allmählich ging das Konzept auf, sprach sich die herausragende Qualität herum. So wie es die Probeläufe in Privatküchen und die Eierlikör-Partys unter Freunden und Bekannten in den Monaten vor dem offiziellen Start hatten erhoffen lassen.

Bald meldeten sich auch Feinkostläden und Lebensmittelabteilungen großer Berliner Kaufhäuser, die diesen neuartigen Eierlikör, noch dazu eine “echte Berliner Pflanze”, ins Sortiment aufnehmen wollten. Die brandneue Traditions-Spirituose war in Berlin angekommen. Und weil die Bundes-Hauptstadt unter ständiger Medien-Beobachtung steht, wurde die Story der Eierlikör-Entrepreneure bald von verschiedenen Verlagen und Redaktionen aufgegriffen und im Lande verbreitet. Tja, so geht Start-up. Und den Eierlikör-Skeptikern vergeht das Lachen.

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