Geschichtsträchtige Schnapsmanufaktur

Heinrich von Have ist schicht und ergreifend die älteste Weinkellerei und Spirituosenmanufaktur Hamburgs. Das seit 1868 familiengeführte Unternehmen hat sich vor allem in den beiden letzten Jahrzehnten mit Spirituosen zwischen Tradition und Moderne ein Ruf über Hamburgs Stadtgrenzen hinaus erarbeitet. Darunter befinden sich Gin, klare Schnäpse und Liköre.

Eine hanseatische Kaufmanns-Familiengeschichte wie aus dem Bilderbuch: Johann Heinrich Christoph von Have erwarb mit 30 Jahren von seiner verwitweten Tante eines der prominentesten Gebäude Hamburgs. Wegen der italienischen Säulen vor der repräsentativen Front wurde es das Colosseum genannt. Dort gründete der Kaufmann und Weinimporteur seinen Großhandel. Er galt nach einigen Jahren als einer der besten Weinkenner im Norden. 1899 zog die Firma in die Innenstadt, 1910 wurde das Collosseum verkauft. Es blieb jedoch ein Begriff in Hamburg, diente nach dem 2. Weltkrieg u.a. als Kinotheater „Kurbel“, bis es 1970 abgerissen wurde.

Heinrich von Have in sechster Generation

In den folgenden Jahrzehnten traten Sohn Wilhelm und Enkel Heinz in das Unternehmen ein. Auf Einkaufsreisen in Europa erwarb sich der Enkel umfassende Weinkenntnisse. 1937 erfolgte der erste moderne Ladenumbau. 1943 überstand Heinrich von Have die Bombardierung Hamburgs, 1945 beschlagnahmten die Alliierten die Restbestände des Lagers. Erst dann mit über 50 übernahm Enkel Heinz die Geschäfte vollständig. Er richtete 1954 eine zweite moderne Kellerei ein. In der vierten und fünften Generation des Familienunternehmens erfolgten weitere Geschäftsumbauten, Erweiterungen, Neuausrichtungen.

Nichts destotrotz schien die Hamburger Institution Heinrich von Have immer mehr selber zum Museum zu werden. Traditionelle Spirituosen aus eigener Herstellung wie etwa Alter Bergedorfer Kräuterlikör hatten es schwer im Wettbewerb. Der Versuch, sich vom Image der historisch überholten Schnapsfabrik zu befreien, zeigte sich in einem „neuen Desgin“ der 1970er Jahre. Erst sehr viel später erkannte man, dass Kunden durchaus bereit waren, Traditionen anzuerkennen und etwas mehr zu bezahlen, sofern denn die Qualität stimmte. 2013 wurde das Design erneut überarbeitet und seitdem setzt Heinrich von Have wieder bewusst auf die eigene Geschichte, auf Klasse statt Masse.

Die aktuelle Generation der Firmenleitung – seit 1997 Christoph Heinrich von Have, anfänglich noch mit den Geschwistern Helen Editha und Herbert R. Marwede – richtete das Unternehmen vorsichtig neu aus. Man nahm u.a. an Spirituosenwettbewerben wie dem ISW teil und gewann auf Anhieb. Das öffnete zwar den Zugang zum regionalen Fachhandel, aber der Erfolg war bescheiden. Unterstützt durch Marktanalysen, Kommunikationsberatung und Grafikdesign erarbeitete man sich einen neuen Marktauftritt, der die historische Line mit modernen Marketing verband.

Heinrich von Have Produkte sind heute sowohl in der Gastronomie in und um Hamburg,  im ausgewählten norddeutschen Einzelhandel als auch im Onlinehandel wie hier bei brandgeister.de erhältlich. Es handelt sich vor allem um Hamburger Klassiker wie zum Beispiel den Kümmellikör Hamborger Köm, Hamburger Doppelkorn, einen feinen Eierlikör, aber auch um „German Gin“, eine Eigenentwicklung des Hauses aus dem Jahr 1958.

Seit 2010 leitet Christoph von Have als Geschäftsführer und Mehrheits-Gesellschafter das Unternehmen Heinrich von Have in sechster Generation.

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