Finch Whiskydestillerie und Albfink, Schwäbische Alb

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Vom Feld über den Keller ins Glas

Irgendwann im Lauf der 1990er Jahre hatte die Idee, aus seinem Getreide und den Pflanzen des Biosphärenreservats Schwäbische Alb mehr zu machen, als sie wie jeder andere Landwirt Verwertern und Vermarktern abzuliefern. Dass zwei Jahrzehnte eine gewisse Finch Whiskydestillerie zu den herausragenden Vertreter der deutschen Whiskybrennereien zählen würde, war da nicht abzusehen.

Brennerei Finch Portrait Bild 2Hans-Gerhard Fink besann sich auf die traditionelle lokale Getreidebrennerei. Allerdings – und das war entscheidend – mit einem neuen Qualitätsverständnis. Und gewiss auch mit einem Gespür für neue Markttrends. Der erste „New Make“ tropfte 1999 auf dem Hofgut Aglishardt aus dem Geistrohr. Seither ist der Hof auch ein Brennereibetrieb. 2001 war der erste Whisky vom Schwäbischen Alb-Hochland fertig.

In der Finch Whiskydestillerie steht die größte Pot Still Deutschlands

Der passionierte Landwirt Fink, Herr über 400 Hektar Anbaufläche hauptsächlich von Weizen, Gerste und Dinkel, wurde scheinbar nebenbei ein anerkannter deutscher Whisky-Brenner. Finch nannte er seine Marke. Klingt nach Schottland oder Irland, ist es aber nicht. Die Finch Whiskydestillerie verfolgt den Anspruch, den angloamerikanischen Kornbränden mit und ohne „e“ vor dem „y“ einen deutschen Whisky gegenüberzustellen. Der feste Wille, Qualität zu erzeugen, gepaart mit sauberen Zutaten, glasklarer Albluft und reinem Wasser führte recht bald zu Erfolgen. Die Auszeichnung als Nationensieger Deutschland auf der Destillata 2011 war für die Finch Whiskydestillerie ein wichtiger Schritt in diese Richtung.

Im Januar 2012 ging die größte Pot Still Anlage in Deutschland in Betrieb. Nach schottischem Vorbild und den Vorstellungen von Fink konzipierte ein schwäbischer Brennereiausstatter diese Destille. Sie hat eine Kapzität bis zu 250.000 Liter pro Jahr. In den folgenden Jahren wächst die Finch Whiskydestillerie recht schnell. Die Produktreihen der Obstbrände und Liköre, mit denen in der 90ern einmal alles begann, werden zu eigenen Marken. Sie heißen Albfink und Albgeister.

Das Biospährenreservat Schwäbische Alb liefert praktisch alles, was die verschiedenen Whiskies und Abfüllungen aus der Finch Whiskydestillerie zur Reifung brauchen: Korn aus eigenem Anbau, weiches Wasser, klare Luft. Für mindestens drei Jahre gehen die Finch Whiskies in ausgesuchte Ex-Weinfässer oder extra angefertigte Eichenfässer. Sie lagern im Kellergewölbe von Gut Aglishardt. Dann darf der Whisky – nach positiver Endbegutachtung durch den Chef – in die Flaschen abgefüllt werden.

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