Knut Hansen und die Streuobst-Schnäpse

In einem alten Spritzenhaus der Freiwilligen Feuerwehr Terkelstoft beginnt 1990 die Geschichte der Dolleruper Destille. Knapp 30 Jahre danach schlug die Obstbrennerei ein neues Kapitel auf, in dem sie den Hambuger Kult-Gin Knut Hansen für das Start-up „4 Anchors“ mit entwickelte und seitdem produziert. Im Stamm-Sortiment der nördlichsten Brennerei Deutschlands befinden sich aber nach wie vor Obstbrände und Liköre aus heimischen Streuobstbeständen und typischen norddeutschen Wildfrüchten.

Trotz des Medienrummels und schnellen Erfolgs von Knut Hansen Gin mutet die Dolleruper Destille immer noch so an wie Werner Sauer und Axel Hartwig sie bei der Übernahme 2014 vorfanden – landwirtschaftlich geprägt. Als Braumeister von Beruf schlugen die beiden mit ihrem Wissen um Malz, Getreide, andere stärke- und zuckerhaltige Rohstoffe und deren Vergärung zu Alkohol neue Wege ein und produzierten neben den Obstbränden einige Whisky, Bierbrände und Rum.

Die Dolleruper Destille ist Bioland-zertifiziert

Sie halten auch nach wie vor am Ziel der Brennerei-Gründer von 1990, Brigitte und Manfred Weyrauch, fest, aus den vielen Apfel- und Birnensorten der nordfriesischen Region interessante Produkte herzustellen. Und das ist eben nicht nur Apfelsaft. Die Dolleruper Destille ist Bioland zertifiziert, Mitglied bei der Stiftung Naturschutz und der regionalen Erzeugergemeinschaft Feinheimisch. Das verarbeitete Obst stammt fast ausschließlich aus Bauerngärten, von Streuobstwiesen und Obstbaubetrieben mit einer ökologisch nachhaltigen Ausrichtung. Die Wildfrüchte wie Schlehen, Kreten, Kirschpflaumen usw. werden in Knicks und auf den Flächen der Stiftung in mühevoller Arbeit handgepflückt.

Das Gründerpaar hatte bereits zusätzlich zur Mosterei im Laufe der Jahre die Destillerie ausgebaut, deren Produktion von 500 Liter auf ca. 10.000 Liter Roh-Saft aus Äpfeln, Birnen und Quitte kletterte. So war ein kleiner „Misch-Konzern“ entstanden. Die neuen Inhaber, nunmehr die Sauer + Hartwig GmbH, traten in diese Fußstapfen, aber pflegten und erweiterten auch das Sortiment.

4 Anchors, Knut Hansen Gin Entwickler BildGesucht & gefunden

Einen ganz anderen Hintergrund hat 4 Anchors Distillers. Die Idee zu Knut Hansen entstand an einem dieser typischen Abende in der Hamburger Schanze, als Kaspar Hagedorn und Martin Spieker beschlossen, ihren eigenen Gin zu entwickeln. Es sollte ein regionales Produkt sein, ein nordisch-hanseatischer Gin mit erkennbarer Wacholdernote und unverkennbarem Design. Als Brennerei-Partner suchten und fanden sie die Dolleruper Destille.

Knut Hansen Gin VisualPasst, kann man sagen. Denn dort war nicht nur Brennerei-Kapazität vorhanden, sondern auch der Ansatz der Regionalität und Nachhaltigkeit verankert. Ein Jahr lang entwickelten Hagedorn und Spieker zusammen mit Sauer und Hartwig die Rezeptur des Knut Hansen Dry Gin. Der legendäre Seefahrer sollte nicht nur Namensgeber, sondern auch das Gesicht des Gins werden, dachten sich die beiden Marketing-orientierten Köpfe. „Wenn Knut im Regal steht und dich mit seinen leuchtend blauen Augen anschaut, dann kannst du gar nicht anders, als zuzugreifen“, schmunzeln sie.

Wärenddessen feilt man in Dollerup weiter am Profil und Wachstum der nördlichsten Brennerei Deutschlands.

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