Vom Hinkelstein über Buchweizen zum Whisky

Die Distillerie des Menhirs könnte bretonischer nicht sein: Benannt nach den Menhiren, den bis heute mysteriösen Hinkelsteinen der Kelten-Zeit, ist das Familienunternehmen seit 1921 in der südlichen Bretagne in der Nähe von Quimper ansässig. International bekannt wurde die Distillerie des Menhirs seit Beginn des Jahrtausends dadurch, dass sie den weltweit ersten Whisky aus Buchweizen herausbrachte.

Distillerie des Menhirs – Familientradition seit 1921

Bereits der Firmengründer Frances Le Lay hatte damit begonnen, Cidre, den bekannten bretonischen „Apfelwein“, zu einem Apfel-Brandy destillieren. In den späten 1980er Jahren entschloss man sich, Neues zu wagen und Produkte mit einem ganz besonderen Profil und hoher Qualität zu schaffen. Dazu gehörte zunächst ein Pommeau, ein einfacher französischer Apfelbrand, sowie moderne Cidre. Hinzu kam mit „Lambig“ ein fassgreifter Apfelbrand, das bretonische Pendant zum Calvados aus der Normandie. Der Erfolg stellte sich ein, die Distillerie des Menhirs wurde mehrfach auf der zentralen Landwirtschaftsausstellung in Paris mit Gold und Silber ausgezeichnet.

Landschaftlich, kulturell und traditionell hat die Bretagne viele Gemeinsamkeiten mit den anderen ehemals keltischen Regionen Europas in Wales, Irland und Schottland. Auch der Name der Region Finestére, in der die Distillerie des Menhirs liegt, deutet auf Ähnlichkeiten hin: „La fin de terre“ – Land’s End!

Warum also nicht auch Whisky herstellen? Aber eben nicht aus Gerstenmalz, sondern – typisch bretonisch – aus Buchweizen. Aus dem sind nämlich auch die Galettes, die bretonischen Pfannkuchen, quasi ein Nationalgericht. Streng genommen ist Buchweizen gar kein Getreide, sondern ein Knöterichgewächs, dessen Körner (Samen) glutenfrei sind. Das verschafft der ehemals Arme-Leute-Kost in Zeiten vielfältiger Allergien eine gewisse Renaissance. In Frankreich heißt Buchweizen Blé noir (schwarzes Mehl) und auf bretonisch / keltisch wird daraus Ed (=Mehl) und Du (=schwarz), also: Eddu.

Die Familie Le Lay wagte den Schritt, einen einzigartigen neuen Whisky auf den Markt zu bringen Ende der 1990er Jahre. Zu der Silver-Range gesellte sich die Gold- und die Brocelíande-Reihe sowie Ed Gwenn, ein Malt Whisky. Gereift werden die Whiskies selbstverständlich in französischen Eichenfässern, die ein typisches Bouquet und Vanille-Noten verleihen.

Zu den Produkten der Distillerie des Menhirs im Shop »